
Neue Förderbedingungen für Sanierungen
Zum 28. Juli 2022 wurden die Förderbedingungen der BEG (Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude) geändert. Stark betroffen sind die Fördermöglichkeiten rund um die Sanierung. Für viele Maßnahmen wurden die Fördersätze reduziert – es gibt allerdings auch wenige Ausnahmen, in denen ggf. ein zusätzlicher Bonus vorgesehen ist. Zuschüsse für Einzelmaßnahmen wie der Tausch von Fenstern oder Türen sowie weitere Dämmmaßnahmen können weiterhin relevant sein.
Komplettsanierung von Wohngebäuden: EH 100 fällt aus der Förderung
Die Sanierung von Wohngebäuden wurde bisher teilweise mit vergleichsweise hohen Zuschüssen unterstützt. Dies hat sich 2022 deutlich verändert. Für viele Gebäudetypen sinkt die mögliche Zuschusshöhe auf einen geringeren Anteil der förderfähigen Kosten. Das Effizienzhaus 100 fällt zudem aus der Förderung heraus. Im Allgemeinen gilt: Je energieeffizienter ein Gebäude nach der Sanierung ist, desto höher können die Fördermittel ausfallen, die nach dem 28. Juli 2022 beantragt werden können. Die folgende Liste zeigt die förderfähigen Effizienzhausklassen im Überblick.
- Effizienzhaus Denkmal
- Effizienzhaus 85
- Effizienzhaus 70
- Effizienzhaus 55
- Effizienzhaus 40
Im Vergleich bedeutet das in vielen Fällen spürbare Kürzungen. So wurden einzelne Effizienzhausstufen in früheren Förderrunden teils deutlich höher bezuschusst als nach der Änderung.
Bonus für Worst Performance Buildings
Während die Fördersätze für Sanierungen von Wohngebäuden insgesamt sinken, kann es in bestimmten Fällen auch zusätzliche Boni geben. Wer ein Worst Performance Building saniert, kann ggf. einen zusätzlichen Bonus erhalten. Voraussetzung ist, dass ein bestimmtes Effizienzniveau erreicht wird (z. B. EH 40 oder EH 55).
Was ist ein Worst Performance Building? Darunter fallen Gebäude mit den schlechtesten energetischen Eigenschaften. Die Gruppe umfasst immer die untersten 25 % des Bestandes.
BEG EM: Förderung für Sanierung von Einzelmaßnahmen weiterhin relevant
Ebenso wie die Förderung für Komplettsanierungen sind auch die Zuschüsse für Einzelmaßnahmen nach BEG gekürzt worden. Eine Änderung ist, dass der iSFP-Bonus entfällt (durch die Erstellung eines Sanierungsfahrplans) und für viele Maßnahmen nicht mehr berücksichtigt wird. Ausnahmen können jedoch bestimmte Maßnahmen an der Gebäudehülle, der Anlagentechnik und zur Heizungsoptimierung betreffen. Insgesamt sind die Fördermittel für Einzelmaßnahmen gesunken, können aber je nach Maßnahme weiterhin interessant sein.
Sanierungsfahrplan ja oder nein?
Im Allgemeinen gelten für Einzelmaßnahmen weiterhin Fördersätze, die je nach Maßnahme unterschiedlich ausfallen können, beispielsweise für:
- Solarthermie
- Biomasse
- Wärmepumpen
- Heiztechnik auf Basis erneuerbarer Energien
- Maßnahmen an der Gebäudehülle (ggf. mit Bonus-Option, abhängig von den Bedingungen)
- Erneuerung der Anlagentechnik (ggf. mit Bonus-Option, abhängig von den Bedingungen)
- Optimierung der Heiztechnik (ggf. mit Bonus-Option, abhängig von den Bedingungen)
Auch hier zeigen sich partiell größere Einbußen bei den Fördermitteln. Unverändert können hingegen Zuschüsse für Baubegleitung und Fachplanung sein. Hier kann unter Umständen weiterhin eine Förderung der anrechenbaren Kosten möglich sein, abhängig von den jeweils geltenden Richtlinien.
Sanierung der Heiztechnik: neue Regeln
Wie in der obigen Liste zu erkennen, ist insbesondere die Förderung von Einzelmaßnahmen aus dem Bereich Heiztechnik betroffen. Hinzu kommt, dass bestimmte Varianten nicht mehr gefördert werden. Das betrifft:
- Gas-Brennwert-Heizungen
- Gashybrid-Heizungen
- Gasgetriebene Wärmepumpen
Dafür kann der Austausch von Gas‑, Kohle- und Nachtspeicher-Heizungen ebenso förderfähig sein wie der Austausch von Ölheizungen. In einzelnen Fällen sind zusätzliche Voraussetzungen zu erfüllen, etwa eine Mindestbetriebsdauer der bestehenden Anlage. Eine weitere Änderung betrifft mögliche Boni: Während der iSFP-Bonus für Heizungsanlagen entfällt, kann es einen neuen Bonus geben, wenn bestimmte Wärmequellen (z. B. Erdreich, Abwasser oder Wasser) für eine Wärmepumpe genutzt werden.





